Unsere Klassenstufen
und ihre Besonderheiten

Unsere Klassenstufen
Die Klassenstufen werden folgendermaßen unterteilt:

  • Klasse 1 bis 4: Unterstufe
  • Klasse 5 bis 8: Mittelstufe
  • Klasse 9 bis 12: Oberstufe

Besonderheiten der Klassenstufen
Unterstufe: Klasse 1 – 4
Die Kinder lernen im Grundschulalter noch nicht abstrakt, sondern wollen durch das Tun begreifen. Es werden die Grundlagen für später notwendiges vernetztes Denken und die Bildung von komplexen Zusammenhängen gelegt. Bereits in Klasse 1 erfahren die Kinder in Märchen und Mythen über die Entstehung der Welt. Es treten ab dem dritt en Schuljahr Ackerbau und Handwerk hinzu, wobei hier der besondere Wert in Anschauung und eigener Erfahrung liegt. Durch Besuche bei um liegenden Handwerksbetrieben sammeln die Kinder praktische Eindrücke, die teilweise selber umgesetzt werden wie z.B. Pflügen, Säen, Ernten, Backen oder auch Körbe flechten. In Klasse 4 wird der Blick geweitet, indem über die Heimatkunde eine geographische und völkerkundliche Differenzierung der Erde erfolgt. Während der ersten Schuljahre unterrichten an Waldorfschulen die Klassenlehrer. innen alle Hauptfächer selbst. Diese werden im Hauptunterricht von 8 Uhr bis 9.40 Uhr in Epochen unterrichtet. Ab dem ersten Schuljahr wer den zwei Fremdsprachen – Englisch und Russisch – in Fachstunden unterrichtet. Hinzu kommen Turnen, Musik, Eurythmie, Malen, Religion und Handarbeit.

Mittelstufe: Klasse 5 – 8
In der Mittelstufe werden nach der Vermittlung von Kulturtechniken und Fachwissen auch das Interesse an den Themen der Welt und individuell persönlichkeitsbildende Zielen angestrebt. Auch auf die Besonderheiten in der Pubertät der Schülerinnen und Schüler versuchen wir einzugehen. Durch die Methodik, den theoretischen Unterricht mit praktischen Aufgabenstellungen zu verbinden, wird den Schüler: innen der Sinn deutlich und das eigene Verstehen von Zusammenhängen so ermöglicht.
Mit Beginn der Mittelstufe beginnt der eigentliche Geschichtsunterricht. Ausgehend von den mythologischen Betrachtungen der alten orientalischen Kulturen über die Griechen- und Römerzeit, das Mittelalter und die Industrialisierung bis zur Gegenwart mit ihren Herausforderungen, tauchen die Kinder in die Geschichte ein. Unterstützt durch die Naturkunde mit Menschen-, Tier-, Pflanzen- und Gesteinswelt wird das Kind zur Erdenreife geführt. Auf die eigene Lebenswelt aufbauend folgen die Ernährungslehre, die Sexualkunde und Anatomie. Mit der Physik setzt dann eine naturkundliche Arbeitsweise ein, die in der 7. Klasse mit Beginn des Chemieunterrichts vertieft wird. Die Mittelstufenzeit wird mit dem
Klassenspiel der 8. Klasse und der eigenen Jahresarbeit
abgeschlossen. Die Fächer Gartenbau und Werken sind in der Mittelstufe Bestandteil des Stundenplans und stellen zum sonstigen intensiven kognitiven Arbeiten der Schüler und Schülerinnen einen wichtigen praktischen Ausgleich dar.
 
Oberstufe: Klasse 9 – 12
Mit der 9. Klasse treten die Schüler und Schülerinnen in die Oberstufe ein. Damit verbunden ist ein Wechsel des Klassenbetreuers. Die »behütende« Betreuung durch
den/die Klassenlehrer.in endet mit dem Abschluss der 8.Klasse. In der Oberstufe werden sie dann von einem/r Klassenbetreuer.in begleitet.
Zusätzlich zu den Hauptfächern werden nun die handwerklich-künstlerischen Fächer in einem Kurssystem epochal unterrichtet. Beispielsweise stehen textiles Gestalten genauso wie Grafik, Plastizieren, Stein hauen und Schmieden auf dem Programm. In diesen Fächern wird neben dem Erwerb praktischer Fertigkeiten die differenzierte Willensausbildung gefördert. Rhythmischer Wechsel zwischen kognitiver und praktischer Arbeit fördert beiden jungen Erwachsenen die Ausbildung kreativen Denkens und schöpferischer Gaben.
Eine zentrale Stelle nehmen die Praktika und Projekte ein, die sich über mehrere Wochen erstrecken. Die Schüler entdecken neue Perspektiven, erhalten Anregungen und formulieren Fragen und schließlich lernen sie neue Menschen und Lebensweisen kennen und bewähren sich in unbekannten Situationen. Sie lernen die Arbeitswelt kennen und schätzen.
In der 8. und 12. Klasse widmen sich die Schüler dem im Curriculum der Waldorfschule verankerten Theaterspiel. Die Klassengemeinschaft studiert über ein Schuljahr hinweg ein Theaterstück ein, entwirft die Kulissen sowie Kostüme und ihr Plakat und setzt diese Entwürfe in die Tat um. Im Klassenspiel haben die sie die Möglichkeit, sich außerhalb ihres bisherigen Alltags ohne Beschränkungen und Hemmungen in einer neuenRolle auszuprobieren.
Nicht selten erleben die Schüler und Schülerinnen an sich neue Fähigkeiten und gewinnen ein hohes Maß an Selbstvertrauen.
 
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